Sonntag, 29. Juli 2012

Goethe und die Wolken


 
                       Der Mond stand am Himmel, nur wenige Wolken erschienen am Horizonte und
                       der Nacht blieb kaum übrig das sie aufzulösen hätte. 
                       (Wolkengestalt nach Howard)

Donnerstag, 21. Juni 2012

Goethe und die Witterungslehre


Hier ist nun vor allen Dingen der Hauptpunkt zu beachten: daß alles, was ist oder erscheint, dauert oder vorübergeht, nicht ganz isoliert, nicht ganz nackt gedacht werden dürfe; eines wird immer noch von einem anderen durchdrungen, begleitet, umkleidet, umhüllt; es verursacht und erleidet Einwirkungen, und wenn so viele Wesen durcheinander arbeiten, wo soll am Ende die Einsicht, die Entscheidung herkommen, was das Herrschende, was das Dienende sei, was voranzugehen bestimmt, was zu folgen genötigt werde?

Freitag, 11. Mai 2012

Goethe und die Anatomie

         Justus Loder gab:
         fürtreffliche Krebse, von denen ich Ihnen einen Teller zugewünscht habe,
         köstliche Weine,
         einen zu amputirenden Fuß,
         einen Nasenpolypen,
         einige anatomische und chirurgische Aufsätze,
         verschiedene Anekdoten,
         ein Mikroskop und Zeitungen.

         (Goethe an Schiller)

Donnerstag, 26. April 2012

Goethe und die poetische Wissenschaft

Was in die Erscheinung tritt, muß sich trennen, um nur zu erscheinen. Das Getrennte sucht sich wieder, und es kann sich wieder finden und vereinigen; im niedern Sinne, indem es sich nur mit seinem Entgegengestellten vermischt, mit demselben zusammentritt, wobei die Erscheinung Null oder wenigstens gleichgültig wird. Die Vereinigung kann aber auch im höhern Sinne geschehen, indem das Getrennte sich zuerst steigert und durch die Verbindung der gesteigerten Seiten ein Drittes, Neues, Höheres, Unerwartetes hervorbringt.

Dienstag, 10. April 2012

Goethe und der Traum vom künstlichen Menschen

Es leuchtet! seht! - Nun lässt sich wirklich hoffen, // Daß, wenn wir aus viel hundert Stoffen // Durch Mischung - denn auf Mischung kommt es an - // Den Menschenstoff gemächlich komponieren, // In einen Kolben verlutieren // Und ihn gehörig kohobieren, // So ist das Werk im Stillen abgetan.

Samstag, 31. März 2012

Goethe und der andere Deutsche


          Was hilft dem Menschengeist Verstand,
          Dem Herzen Güte, Willigkeit der Hand,
          Wenn's fieberhaft durchaus im Staate wütet
          Und Übel sich in Übeln überbrütet?
          Wer schaut hinab von diesem hohen Raum
          Ins weite Reich, ihm scheint's ein schwerer Traum,
          Wo Mißgestalt in Mißgestalten schaltet,
          Das Ungesetz gesetzlich überwaltet
          Und eine Welt des Irrtums sich entfaltet.
             (Faust II)

Freitag, 30. März 2012

Goethe und die Farbenlehre

Wenn Taucher sich unter dem Meere befinden und das Sonnenlicht in ihre Glocke scheint, so ist alles Beleuchtete, was sie umgibt, purpurfarbig (wovon künftig die Ursache anzugeben ist); die Schatten dagegen sehen grün aus. Eben dasselbe Phänomen, was ich auf einem hohen Berge gewahr wurde, bemerken sie in der Tiefe des Meers, und so ist die Natur mit sich selbst durchaus übereinstimmend.